Italia nell cuore

  
  

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Das Land


Die Landschaft Calabriens ist voller Gegensätze: Tiefe und dichte Wälder und Macchia, einsame Bergdörfer und vom Tourismus zersiedelte Strände, Olivenhaine und Orangenplantagen, der Blick vom Meer auf die Gebirge und der Blick vom Gebirge auf das Meer, eine Kirche mit Flugzeugmotor und Gräber mit Elektroanschluß ...

   

                                   

   

   

                                

   

   

   

                                

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Die Menschen

   

Das war schon eigenartig: Wir hatten erwartet, daß die Menschen in Calabrien genauso wären, wie im übrigen Italien, das wir bisher kennengelernt haben. Meist war es auch so - manchmal war die Herzlichkeit noch überschäumender, doch sind wir ziemlich oft auf Menschen gestoßen,die abweisend und mürrisch waren. Einmal schlug uns sogar etwas wie Fremdenfeindlichkeit entgegen.
Auch viel Gleichgültigkeit ist uns begegnet.

   

Insgesamt aber überwiegt die Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Wir haben uns oft mit Leuten unterhalten können und wir konnten die Liebe der Calabresen zu ihrer Heimat spüren.

     

Besonders beeindruckt hat uns der Volksentscheid, der gerade in der heißen Phase war, als wir durch Calabrien geradelt sind. Auch in Calabrien haben weit über 50% der Bevölkerung teilgenommen und gegen Kernkraftwerke, gegen die Privatisierung der Wasserversorgung und gegen Berlusconi gestimmt.

   

   

   

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Anreise

In diesem Jahr bleibt uns die umständliche Anreise mit dem Zug erspart. Wir können bis in die Basilicata mit dem Auto fahren und das Auto bei unseren Freunden in Viggianello unterstellen.
Samstag, den 28.6.11, 17:00 fahren wir los und kommen am nächsten Tag 10:00 auf dem Campingplatz in Siena an. Wir hatten uns vorgenommen, in die Crete zu fahren, doch wir sind zu müde und so gammeln wir nur und gehen zeitig zu Bett.

                    

Wir haben uns einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung von Thule zugelegt und waren angesichts der vielen Berichte über verlorene Fahrradträger nicht sicher, ob alles halten wird.
Es ist alles gut gegangen - nicht ein Problem ist aufgetreten. Zur Vorsicht hatten wir die aufmontierten Räder in Stretchfolie gewickelt, doch nach wenigen Kilometern haben wir sie wieder entfernt. Das Flattern der Folie im Fahrtwind war einfach zu laut.

Am nächsten Tag bringen wir die zweite Etappe der Anreise hinter uns. 16:00 kommen wir in Viggianello an und werden sehr herzlich empfangen - auch von Hund Athos und Kater Tamino. Beim Abbauen der Räder erleben wir eine böse Überraschung: Ein Rad hat einen Platten. Mit Hilfe unserer Freunde und eines Ersatzschlauches ist der Schaden schnell behoben.
Nach einem leckeren Abendessen geht es zeitig ins Bett - morgen müssen wir zum Zug nach Scalea radeln.

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Viggianello - Scalea

   

Der erste Tag. 5:00 Uhr klingelt der Wecker. Wir haben einen straffen Zeitplan - kurz vor 15:00 fährt der Zug von Scalea nach Reggio Calabria. Den müssen wir erreichen. Unsere Freunde schlafen noch, da fällt der Abschied nicht so schwer. Das Wetter macht es uns leicht, der Anstieg nach Rotonda nicht. Die Sonne steigt immer höher und treibt den Schweiß. Eine kleine Pause nach Rotonda an einem Alimentari verschafft uns die Bekanntschaft mit einer netten Verkäuferin und ihrem Sohn. Ein Eis muß auch sein. Dann kommt noch ein Kühlwagen und der Fahrer schenkt uns eine 5-er-Packung Milchschnitten.

   

Dann geht es durch felsige Landschaft - insgesamt haben wir drei Anstiege zu bewältigen. Das ist wohl zuviel für den Anfang. Erst 16:15 Uhr sind wir am Bahnhof in Scalea und haben den letzten für uns möglichen Zug verpaßt. Entweder haben wir die Strecke unterschätzt oder uns überschätzt. Wie auch immer; wir müssen in Scalea auf den Campingplatz. Der Ort ist eine häßliche Touristensiedlung und der Campingplatz ist auch nicht gerade eine Offenbarung. Es gibt nur eine Dusche. Wir versuchen gar nicht erst, uns vorzustellen, was hier im August (Ferien in ganz Italien) los ist.
Im Supermarkt decken wir uns für das Abendbrot ein - unser erster Cirò, der Rotwein Calabriens.

   

Camping-Villagio “La Pantera Rosa” € 15,-, Essen: Supermarkt

GPSies - viggianello - scalea 31.5.11 Streckendaten

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Scalea - Reggio

Heute ist es eine reine Zugetappe. Wir wollen die Tour ganz im Süden beginnen, und so müssen wir zuerst nach Reggio Calabria - genauer: nach Villa San Giovanni. 5:30 Uhr stehen wir auf und radeln 6:45 Uhr zum Bahnhof. Dort gibt es erst einmal Caffè.
Das Kaufen der Fahrkarten gestaltet sich schwierig. Der Schalter hat gerade erst geöffnet und der PC braucht 20 Minuten zum Booten.
Der Bahnhof ist genial für Radler und Rollstuhlfahrer. Keine Treppen, nur Rampen. So sollte jeder Bahnhof sein.
Der Zug ist erfreulicher. Er hat einen tiefen Einstieg. Aber es ist wie immer: Wo wir mit unseren Rädern stehen ist nicht das Fahrradabteil - das ist immer am anderen Ende. Der capo di treno ist sehr freundlich und hilft uns beim Einsteigen.
In Salerno müssen wir umsteigen. Der Zug leert sich, doch wir müssen noch eine Station fahren - dachten wir. Plötzlich werden die Türen verriegelt und wir sind eingesperrt. Ich rase durch den Zug, um den freundlichen Schaffner zu finden. Der kommt mir auf halber Strecke entgegen und beruhigt mich. Wieder am Ende des Zuges angelangt, hat die Lockführerin schon Tür aufgeschlossen und wir können aussteigen.

In Salerno haben wir drei Stunden Zeit bis zum Anschlußzug. Ein Bummel durch die Stadt scheint sich nicht zu lohnen; es ist eine Touristenstadt. Wir fahren an den Strand, doch der ist auch nicht besonders erfreulich. Das Wetter auch nicht. Es beginnt zu regnen. Wir flüchten unter ein Dach und trinken cappuccino.
Der Zug nach Reggio ist im Fahrplan mit Fahrradabteil ausgeschrieben, hat jedoch kein solches. Der Schaffner, den ich deshalb anspreche zuckt nur mit den Schultern und geht seiner Wege. Da stellen wir die Räder so ein, wie es eben geht. Ein- und Aussteigen ist nun kaum noch möglich, aber dafür können wir nichts. Als später ein Angestellter der Trenitalia zusteigt und sich behindert fühlt, schlägt uns so etwas wie Fremdenfeindlichkeit entgegen: “Sempre i stranieri”. Kein gutes Gefühl.

   

In Reggio erstaunt uns der Anblick Siziliens. So nah hatten wir uns die Insel nicht vorgestellt.
Wir lassen uns vom Navi zu dem B&B führen, daß wir uns zu Hause ausgesucht hatten. Es ist aber geschlossen. Der Besitzer ist in Mailand sagt uns ein junger Mann.

   

So nehmen wir ein Hotelzimmer. Die Dusche dort ist ein Erlebnis: Viele verschiedene Düsen, zu deren Einstellung man fast eine Bedienungsanleitung gebraucht hätte.
Abendbrot gibt es wieder aus dem Supermarkt (Melone mit Schinken).

Hotel “La Conca” (Via Solaro Inferiore): € 70,-

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Reggio - Gambarie

Beim Frühstück im Hotel glauben wir, bei einem Rave-Festival zu sein. Ein Musiksender im Fernsehn dröhnt laute Bässe. Ich schnappe mir diverse Fernbedienungen, aber mit keiner gelingt es mir, den Ton leiser zu stellen. Wir sind die einzigen Frühstücksgäste. Bloß schnell weg hier.

Wir fahren auf der SS18 von Villa San Govanni bis Gallico Marina. Von dort geht es auf der SS184 endlich in die Berge. Zunächst aber müssen wir durch ziemlich vermüllte Ortschaften. In einem Vorort von Gallico fragen wir vorsichtshalber noch mal nach dem Weg. Man sagt uns, die Straße sei nicht befahrbar, weil es einen Erdrutsch gegeben hätte. Mit den Rädern kommen wir schon vorbei, sagen wir und fahren weiter. Die älteren Männer zucken nur mit den Schultern.

   

Sizilien immer wieder im Blick fahren wir ins Aspromonte. Vorbei an Orangenhainen geht es allmählich aufwärts. Dann hält uns der Fahrer eines Kleintransporters, der uns kurz vorher überholt hatte an. “Die Straße geht nicht weiter - ein Erdrutsch; Ihr müßt umkehren. Das wollen wir ganz und gar nicht nachdem wir schno so schön an Höhe gewonnen haben. Ob wir vielleicht mit den Rädern ...? Nein, er ist hier zu Hause und weiß Bescheid. Er will uns aber den Weg zeigen, auf dem wir den Erdrutsch umgehen können. Wir fahren ihm nach und gelangen auf eine neue Straße, die auf unserer Karte und im Navi noch nicht verzeichnet ist.

   

Diese Straße ist öde, doch auf ihr gelangen wir nach einigen Kilometern in Mulini di Calanna auf die SP7, der wir ursprünglich folgen wollten. Auf dieser Straße hält muns eine Familie an. Sie wollen wissen woher wir sind und was wir vorhaben. Wir erzählen und machen Fotos. Die sollen wir unbedingt schicken. Mein Vorschlag, die Fotos per email zu schicken stößt auf Ablehnung - mit Computern haben diese Leute nichts am Hut. Wir tauschen die Adressen und fragen noch, ob es in Santo Stefano in Aspromonte ein Hotel gibt. Das gäbe es nicht, doch sollten wir bis zum Friedhof fahren. Nach 500 m würden wir zur “Villa Rosa” gelangen und dort sollten wir von Signor Polimeni grüßen - da würden wir schon ein Zimmer bekommen. Leider ist es nicht so und wir fahren weiter in Richtung Gambarie.
Wir entdecken ein Schild, daß auf ein B&B hinweist und uns einen Schotterweg entlang schickt. Am ersten Haus rufen wir, doch es meldet sich niemand. Nach längerem Suchen gelangen wir wieder an dieses Haus und sehen uns die Klingel genauer an: B&B steht da drauf - na also. Wir klingeln und nach einem hinkenden Hund taucht auch der Hausherr auf. “Ha una camera per noi?” “Si” “Con la doccia?” “Si” “E la cena?” “Si” “Prendiamo!” “Si” Herr Musolini erweist sich als herzlicher und hilfsbereiter Gastgeber und wir verbringen einen schönen Abend bei gutem Essen und interessanten Gesprächen. Seine Tochter, die eigentlich in Rom studiert, hilft ihm in der Küche und beim Servieren.
Später kommt noch eine Familie in den Gastraum. Das Familienoberhaupt steltt sich mit “Ich bin Paul” vor und erzählt, daß er eigentlich Paolo heißt und nun - nach 40 Jahren Arbeit bei Ford in Köln in die Heimat zurückgekehrt ist. Und das muß gefeiert werden.

   

             



B&B Musolino: € 60,-, Vorzügliches Abendessen für € 30,- (für zwei Personen

GPSies - villa san giovanni - gambarie 2.6.11 Streckendaten


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Gambarie - Delianuova

in wunderschöner Morgen. Zum Frühstück bekommen wir selbstgebackenen Kuchen und den Hinweis, daß wir die Wasserflaschen nicht mit Leitungswasser füllen sollen, sondern mit Wasser aus der nahegelegenen Quelle. Zum Glück hören wir nicht darauf, denn eine Quelle finden wir auf den nächsten Kilometern nicht. Der Abschied von den Musolinos ist herzlich - auch der Hund bekommt seine Streicheleinheiten. Herr Musolino schenkt uns noch eine Flasche “Vino Palizzi” und dann geht es auf den letzten Anstieg nach Gambarie. 

   

Gambarie ist ein Wintersportort und jetzt im späten Frühjahr vollkommen unbelebt. Uns ist es recht. Eine Bar für das zweite Frühstück findet sich auch. Dann geht es nur noch abwärts bis Delianuova.

Dann läuft plötzlich ein Hausschwein auf der Straße - später sind es vier. Ein paar hundert Meter weiter kommt uns eine Ziege entgegen - später eine ganze Herde. Schließlich steht eine Kuh im Weg - und endlich sind es viele Kühe mit Kälbchen. Ich will die Muttertiere nicht verängstigen, auch weil ich Angst habe, sie könnten mich bedrängen, um die Jungtiere zu schützen. Ich weiche ganz nach links aus, ohne die Kälber aus den Augen zu lassen. Dabei übersehe ich einen dicken Ast, der im Weg liegt. Der schiebt sich zwischen die Speichen meines Vorderrades und ich steige in Zeitlupe über den Lenker ab. Das war es dann mit dem Giro - dachte ich. Nachdem ich jedoch das halbe Schutzblech abgeschitten hatte und den Zentrierschlüssel offenbar an den richtigen Speichen angesetzt hatte, ging es doch weiter.

   

   

Vorsichtig fahren wir weiter nach Delianuova. Der Ort ist keine Schönheit und der Empfang im Hotel - nachdem wir das eigentlich geplante B&B nicht gefunden haben - sehr kühl. Wir spüren, daß wir eigentlich lästig sind. Wir sind auch die einzigen Gäste. Die Räder dürfen in der Küche übernachten.
Für das Abendessen versorgen wir uns in verschieden Alimentari - Wein haben wir ja noch von Herrn Musolino.

                                                                   

Grand Hotel: € 65,-, Abendessen aus dem Lebensmittelladen
GPSies - Gambarie - delianuova 3.6.11Streckendaten

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Delianuova - Cittanova

   

Wir sind gerade fertig, um zum Frühstück zu gehen, da klingelt das Telefon: Das Frühstück wäre fertig. Eine nette Geste. Das karge Frühstück ist schnell gegessen und schon radeln wir auf der SP2 unserem nächsten Ziel entgegen. Doch erst einmal stoßen wir auf eine gesperrte Straße. Wir fahren trotzdem. Glück gehabt - die Straße ist befahrbar. Es werden nur neue Netze gegen Steinschlag montiert. Es geht vorwiegend abwärts, erst kurz vor Varapodio steigt die Straße wieder an.

   

In Varapodio wollen wir in eine Bar um eine kleine Mittagspause zu machen. Wir folgen einer Empfehlung und werden nicht enttäuscht. Wir werden vom Hausherren und seinem Sohn freundlich bedient und wir reden eine ganze Weile miteinander. Ich frage auch nach einem Fahrradmechaniker wegen meines Vorderrades. Da stürzt der Sohn auch schon los und ich soll ihm folgen. So wichtig wäre es auch wieder nicht sage ich und der Sohn kehrt wieder um. Als wir uns verabschieden frage ich noch einmal nach dem mecanico, doch nun hat er geschlossen. Wir bekommen noch einige Apfelsinen geschenkt und lassen uns darüber aufklären, daß es Bergamott - wonach wir bisher vergeblich mit Nase und Augen Auschau gehalten haben - nur ganz im Süden an der Küste gibt.

   

Wir fahren weiter auf der SP1durch daß häßliche und Taurianova und einen letzten Anstieg nach Cittanova. Dort finden wir ein kleines aber feines Hotel für 60 Euro. Nachdem ich noch einmal mein Vorderrad kontrolliert habe und wir durch den Ort gebummelt sind gibt es alle otto Abendbrot.

                                                                   

“Casalnuovo”: € 60,-, Abendessen € 30,- , ganz brauchbar

GPSies - Delianuova - Cittanova 4.6.11Streckendaten

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Cittanova - Locri

   

Heute geht es ans Meer, doch erst einmal müssen wir auf fast 1000 m aufsteigen. Nach dem Aufstehen begrüßt uns ein sehr bedeckter Himmel und Sturm. Der Wetterbericht verspricht zwar, daß es nicht regnen wird , doch der Sturm bläst uns auf der steilen SS111 mächtig ins Gesicht. So kommt uns eine Quelle an der Straße gerade recht. Ein Händler mit seinem Transporter hält auch an und ungefragt macht er uns eine Tüte voll mit Obst und Gemüse. Die Antwort auf die Frage nach dem Preis lautet “due euro”. So günstig sind wir noch nie an Verpflegung für eine Etappe gekommen.

   

Etwas einschüchternd wirken die zerschossenen Verkehrsschilder an der Straße.
Nach dem Paß (Abzweig nach Canolo) ändert sich das Gesicht der Landschaft schlagartig. Die Wälder sind verschwunden und die Macchia dominiert. Wir ahnen das nahe Meer. Vorher besuchen wir Gerace, ein sehenswertes Städtchen.

   

In Locri stoßen wir zufällig auf genau das Fischrestaurant, das wir uns schon zu Hause ausgesucht hatten, weil es im Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag empfohlen wurde. Wir haben es nicht bereut. Zunächst aber vermitelt uns der Inhaber des Restaurants ein Nachtquartier in der Residence GNURA MOMMA. Kein schlechter Tipp. Zwei Schlafzimmer,Wohnküche, Bad und Terasse für € 50,-. Und das Abendessen war ein Gedicht: Seppie alla griglia und tonno gratinato mit einem feinen Wein und allem Drum und Dran. Zum Abschied schenken uns der Wirt und seine Tochter noch einen Gourmetführer für Italien. Wir werden ihn nutzen.

   

Residence GNURA MOMMA.”: € 50,-, Abendessen “Sans Souci” € 70,- , Kein Cent zuviel bezahlt!

StreckendatenGPSies - Cittanova - Locri 5.6.11

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Locri - Mammola

Eine unspektakuläre Etappe. Das Wetter ist zwar herrlich, doch die Fahrt am Strand durch häßliche, vom Tourismus verschandelte Ortschaften ist nicht sehr erbaulich. So quälen wir uns die SS106 bis Siderno. Dort kommt uns ein vollbepackter Radler entgegen. Das kann nur ein Deutscher sein, denken wir. Wir sprechen ihn auf Deutsch an, doch es stellt sich heraus, daß er Italiener ist. Bei einem cappuccino erzählt er uns, daß er eine Italienumrundung macht. Hut ab! Er fragt uns, wohin wir fahren und wir erzählen ihn, daß wir wieder in die Berge wollen. Da schaut er ungläubig und meint, daß er immer in den Zug steigt, wenn Berge drohen. Nachdem wir unsere Adressen ausgetauschtn haben fahren wir weiter.

   

Nach Marina di Giosa Ionica verlassen wir endlich die Küste und fahren wieder in die Berge. Besonders hoch geht es heute nicht - Mammola liegt 240 m hoch. Die Strecke ist beschaulich und so erreichen wir bald die Piazza von Mammola. Ein Hotel gibt es nicht. Ein freundlicher Barista ruft im nächsten B&B an. Dort geht aber niemand an das Telefon. Da fällt im noch ein Agriturismo am Ortsrand ein. Der Besitzer kommt sofort mit dem Auto und fährt ganz langsam vor uns her, so daß wir gut folgen können. An der Steilen Auffahrt müssen wir jedoch passen und schieben. Die Frau des Hauses macht noch schnell das Zimmer fertig - wir sind wieder die einzigen Gäste. In der Zwischenzeit fragen wir, ob wir eine Apfelsine aus seiner Plantage pflücken dürfen. Da dreht er sich um und holt für uns einen ganzen Arm voller Orangen. So köstliche Früchte haben wir noch nie gegessen. Zum Abendessen, daß wir heute wieder aus dem Alimentari auf der Terasse mit schönem Blick auf den Ort und die Landschaft genießen, schenkt er uns noch einen Krug Wein. Ein Glockenspiel vom Kirchturm des Ortes verabschiedet uns in die Nacht.

   

Agriturismo “Cannazzi”: € 50,- (zirka) Abendessen: Supermarkt
StreckendatenGPSies - Locri - Mammola 6.6.11

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Mammola - Stilo

   

Die Wolken hängen uns direkt vor der Nase. Das sieht nicht gut aus, doch der Hausherr beruhigt uns: Das Wetter wird gut. Recht hat er. Doch erst einmal gibt es zum Frühstück selbstgebackene Biscotti und caffè aus der Thermoskanne. Dann verabschieden wir uns von Patricia aus dem Alimentari und fahren wieder hinunter ans Meer. Einen anderen Weg gibt es nicht, um nach Stilo zu gelangen. Leider führt die Strecke 28 km auf der SS106 am Strand entlang. In Monasterace fahren wir nach einer längeren Pause auf der SS110 wieder in die Berge. Zunächst geht es sehr geruhsam, doch vor Stilo ist der Anstieg heftig.

   

Das einzige Hotel in Stilo ist schnell gefunden, doch es ist niemand da. Klingeln und Klopfen sind vergeblich. Vor der benachbarten Bank greift ein Mann nach meiner Frage, ob das Hotel geöffnet ist kurzerhand zum cellulare und meint, daß in 10 Minuten jemand kommt. So ist es auch. Zwei junge Frauen lassen uns ein und so können wir endlich duschen. 

   

Unser Ziel ist natürlich die Cattolica aus dem 10. Jahrhundert. Dieser Byzantinische Bau ist zwar klein, aber sehr eindrucksvoll. Anschließend bummeln wir noch durch das kleine centro storico und laufen zu einer Einsiedelei, dann lassen wir uns in einer Trattoria nieder.Hier gibt es ein einfaches, aber sehr gutes Abendessen. Besonders das Brot - Pita - war wunderbar. Als der Wirt sieht, daß uns das Brot so gut schmeckt, bringt er gleich noch eins.

                  

   

                                                                          

Hotel “Citta Del Sole”: € 64-,Abendessen: “Il Castello” € 46,- 

StreckendatenGPSies - Mammola - Stilo 7.6.11

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Stilo - Sibari

Der Morgen ist hell und klar und wir nutzen den frischen Tag um ohne Frühstück wieder zum Meer abzufahren. Das Frühstück gibt es dann am Bahnhof in Monasterace . Der Laden, in dem es Fahrkarten für den Zug nach Sibari geben soll, ist geschlossen. Er soll kurz vor der Abfahrt des Zuges öffnen. Dem ist aber nicht so. Auf dem Bahnsteig will uns jemand erzählen, daß unser Zug längst abgefahren sei. Das hat er aber mit seinem Zug verwechselt. Wir steigen punktlich und mit Hilfe des freundlichen Schaffners, der uns dann auch ein normales Ticket verkauft, ein und sind nach einer dreiviertel Stunde in Catanzaro. Dort haben wir noch eine Stunde bis zum Anschlußzug. Caffè. Der anschließende Fahrkartenkauf gestaltet sich etwas schwierig. Die Frau hinter dem Schalter telefoniert und versteht nur die Hälfte. Nach 10 Minuten, während sie immer noch telefoniert, gelingt es mir, ihr klarzumachen, daß wir noch zwei Radkarten brauchen. Die Frage nach dem Abfahrtsbahnsteig beantwortet sie achselzuckend mit “Ciopero” - Streik - bis 17:00. Ein Eisenbahner will uns Bescheid sagen, wenn es etwas neues gibt. Kurze Zeit später ist es soweit. Jetzt schnell die Räder auf binario 4 gewuchtet, doch der Lokführer beruhigt uns: Keine Panik, wir streiken. Wann geht es weiter? Keine Ahnung. Dann: Schnell, schnell, wir fahren, der Streik ist beendet.
Die Rollos im Fahradabteil gehen immer wieder hoch. Es wären auch die ersten, die funktionieren. Gemeinsam mit dem Capo sichere ich das Rollo mit einer Fahnenstange. Irgendwie sind wir pünktlich in Sibari.

   

Sibari ist ein Nest, wir müssen nach Sibari Marina. Dort erwartet uns eine Touristenburg mit allem Drum und Dran. Die einzige Möglichkeit zum Übernachten ist das “Hotel Club Minerva”. Das Zimmer ist sehr in Ordnung, doch die Anlage ist nicht unser Ding. Alles in Reih und Glied und mit Zwangsbespaßung, auch am Strand. Sogar unsere Räder mußten wir am Meer auf einem Fahrrad-Parkplatz abstellen.
Und wie zu erwarten gab es in der Nacht noch “Uno-Due-Tre” in gewaltiger Lautstärke. Irgendwie ein verlorener Tag.

   

   

“Hote lClub Minerva”: € 80-,(mit recht ordentlichem Frühstück) Abendessen: Supermarkt

StreckendatenGPSies - Stilo - Sibari 8.6.11


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Sibari - Morano

   

Nach einem ausführlichen Frühstück geht es wieder Richtung Berge. Zuerst steigt die Straße kaum an; dafür haben wir heftigen Gegenwind. Das geht so bis Lauropoli. Dann ist wieder Gelände, das uns gefällt - es geht nach oben. In Cassano wird es dann heftig. Die Stadt ist eine einzige steile Serpentine. Am Ausgang des Ortes endlich ein Brunnen. An dem scheint sich der ganze Ort zu versammeln um Wasser zu holen. Bis wir dran sind können wir ausruhen. Noch ein Stück bergan und dann gibt es eine schöne Abfahrt nach Castrovillari. 

   

Bis Morano quälen wir uns ein bißchen, doch werden wir von dem herrlichen Anblick des Ortes vor dem Pollino-Gebirge mehr als entschädigt. Morano ist ein wunderschöner Anblick. Jetzt müssen wir nur noch eine Bleibe für die Nacht finden. Wir fragen uns nach dem “Al Convento” durch und bekommen auch ein Zimmer. Das ist allerdings erst in zwei Stunden fertig. Wir lassen die Räder stehen und schauen uns den Ort an.
Pünktlich sind wir alle otto zum Abendessen im Restaurant. Die piatti sehen sehr lecker aus, doch bleibt der Geschmack etwas hinter dem Aussehen zurück.

   

                  

                 

Albergo “Al Convento”: € 55-, Abendessen € 60,- (geht so)
GPSies - Sibari - Morano 9.6.11Streckendaten

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Morano - Mormanno

   

Der Preis für das Hotel ist zwar incl. primo collazione, doch es gibt im Hotel kein Frühstück. Dafür drückt uns der Wirt einen Gutschein in die Hand, den wir in einer Bar im Ort einlösen können.Kurios: Wir möchten Cornettos mit crema. Es gibt jedoch nur Hörnchen ohne Füllung, und so blubbt der barista die crema einfach auf das Gebäck drauf. Geschmeckt hat es trotzdem.

   

Das Wetter ist toll und so fällt der Anstieg auf 1000 m nicht schwer. Nur der anfangs kalte Gegenwind stört etwas. Wir folgen der SP241 und erreichen nach herrlichen Ginsterhängen am Campo Tenese in einem Tunnel den höchsten Punkt des Tages. Ab jetzt geht es fast nur noch bergab.

       

In Mormanno gibt es jede Menge B&B aber es ist immer niemand da. Schließlich finden wir noch einen Hinweis auf eine Unterkunft an einer Bar. Man sagt uns jdoch, daß wir 400 m Treppenstufen zu überwinden hätten. Das ist uns mit den Rädern und dem Gepäck doch zuviel. Ein Italienischer Stuttgarter, der gerade Urlaub in seiner Heimat macht und herrlich schwäbelt zeigt uns ein B&B um die Ecke. Von außen macht das Haus keinen vertrauenserweckenden Eindruck, aber als wir uns in der Not doch entschließen, hier zu übernachten, stellen wir fest, daß wir das schönste Quartier des Giro gefunden haben.
Wir machen noch einen ausführlichen Stadtrundgang mit Friedhof und Kirche mit Flugzeugmotor auf dem Dach und besorgen unser Abendessen im Supermarkt.

   

B&B “La Dimoria Della Zarina”: € 60-, Abendessen: Supermarkt

GPSies - Morano - Mormanno 10.6.11Streckendaten


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Mormanno - Viggianello

   

Calabrien entläßt uns mit schönem Wetter. Trotzdem es nicht der schönste Giro war, den wir in Italien gemacht haben, ist es trotzdem irgendwie traurig, daß er nun zu Ende geht. Da hilft auch die leckere selbstgebackene Torta zum Frühstück nicht. Der Weg ist einfach und kurz, so nehmen wir uns vor, die nette Verkäuferin von der ersten Etappe zu besuchen. Doch es ist Sonntag und der Laden ist geschlossen. Wir genießen die Landschaft und trudeln langsam über einen kleinen Umweg in Viggianello ein. Dort werden wir von unseren Freunden herzlich empfangen. Morgen geht es dann zur “Lucanischen Baumhochzeit” nach Rotonda und dann freuen wir uns schon auf ein paar Tage bei unserer Feundin in Castel del Monte und auf die Wanderungen auf dem Gran Sasso.
Im nächsten Jahr wollen wir Molise unsicher machen.