Ein Bericht von unserer diesjährigen (22.6. bis 5.7. 2009) Italientour. Dieses Mal der zweite Teil der Abruzzen.




Anreise
| Am 22.06.2009 geht es los; mit drei Änderungen zur vorjährigen Tour: andere Strecke, weniger Gepäck, und die Fahrt bis München mit dem Auto. Wir sind das ewige Umsteigen von Dresden nach München leid. Lange vorher haben wir einen Hochgaragenplatz in München gemietet, und so steigen wir entspannt in den Nachtzug nach Rom. Mit einer Stunde Verspätung sind wir in Termini. Der Anschlußzug nach Pescara fährt erst in drei Stunden von Tiburtina, so kommt keine Hektik auf. Der Bahnhof Tiburtina wird langsam fertig und die Rolltreppen erleichtern das Umsteigen mit den bepackten Rädern sehr. |
| Im Zug von Pescara nach Teramo geht das Eisenrollo für das Fahrradabteil nicht auf. Die Schaffner bestehen aber darauf, daß die Räder dort verstaut werden. Mit roher Gewalt und unzulänglichem Werkzeug gelingt es schließlich den Eingang zu öffnen. Glücklicherweise mache ich die Räder richtig fest, denn zu schließen ist das Rollo nicht mehr. Mit finsterer Mine und verschwitzt verschließt der Schaffner die Zwischentür, so daß wir nicht mehr zu den Rädern kommen. Dann sind die Schaffner weg und sind bis Teramo nicht mehr zu sehen. Ich habe schon Angst, daß wir unsere Räder nicht aus dem Zug bekommen, doch alles wird gut. |


| In Teramo fragen wir uns bei leichtem Regen zum Hotel durch. Das Reisebuch vom MICHAEL MÜLLER VERLAG “Abruzzen” war immer ein verläßlicher Ratgeber bei der Hotelsuche und ist für Italienreisende sehr zu empfehlen. Nach einer kleinen Reparatur an der Schaltung ist es nach 36 Stunden Zeit (auf einer orthopädischen Matratze ,wie der Hotelbesitzer immer wieder betonte) zu schlafen. Morgen stehen ca. 1150 Höhenmeter an. |
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Teramo - Lago di Campotosto
Endlich wieder in “unseren” Abruzzenbergen. Ein Jahr lang haben wir diesen Augenblick herbeigesehnt. 6:30 Uhr klingelt der Wecker und nach einem leichten Frühstück geht es bei leichtem Regen los. Doch vor den Genuß haben die Italiener die Tunnel gestellt. Der Verkehr ist recht lebhaft auf der SS80, dafür ist die Steigung noch nicht so stark. So kommen wir gut voran. Bis zum Abzweig nach Frondarola. Da ereilt uns der erste Tunnel. Nur am Anfang etwas beleuchtet, dann ein schwarzes Loch. Außerdem für Fahrräder verboten. Na gut, dann muß es ja eine Umfahrung geben. Die Karte sagt nein, wir versuchen es trotzdem. In Frondarola (sempre su) gibt es den obligatorischen Cappuccino und die Auskunft, daß es wirklich keine Umfahrung gibt. Also wieder runter und Augen auf, Licht an und durch. Ein Ausweichen ist in diesem Tunnel nicht möglich (die Bordkante ist 30 ...40 cm hoch) und der Verkehr dröhnt. Das verleiht Flügel und so kommen wir heil am anderen Ende an. Verschnaufen, Blick in die Runde und wir entdecken einen Wegweiser nach Frondarola ... Es gibt sie also doch die Umfahrung.

Nächstes Zwischenziel ist Montorio al Vomano. Es beginnt wieder zu regnen. Im Centro ist Markt und es gibt Porchetta. Das kommt jetzt recht. Aber es fängt an zu schütten. Wir flüchten uns unter einen Torbogen und essen erst mal in aller Ruhe. Es wird schon aufhören. Ein freundlicher alter Herr holt uns zwei Stühle und stellt sich als Barbiere im Ruhestand vor. Nach dem Essen zeigt er uns seinen Laden und läßt uns am Friseurbecken unsere fettigen Hände Waschen. Ein Freund von ihm gesellt sich dazu und nachdem er erfahren hat, daß wir heute zum Lago di Campotosto wollen, stellt er fest, daß das gar nicht zu schaffen ist. Er schlägt uns unzählige andere Routen vor, doch der Regen hat aufgehört und wir müssen weiter.

Weiter geht es immer mäßig berguf. Es ist ein guter Einstieg in die Tour; wir können uns einfahren. Auf halber Strecke geht uns das Wasser aus. Ein freundlicher Anwohner hilft uns wortlos, als er mich mit der leeren Flasche sieht. Zwischendurch noch Tunnel vom gleichen Schlag, wie der erste, aber nicht so lang. Einen konnte man sogar umfahren. Vor Ortolano, vor dem letzten Tunnel sind wir dann ziemlich am Ende, doch wir müssen noch - verbotenerweise - durch. Kurz nachdem wir es geschafft haben kommt ein Polizeiauto aus dem Tunnel gefahren. Wir glauben aber nicht, daß die Polizisten etwas gesagt hätten.
Nach einer längeren Pause verlassen wir die SS80 und nehmen eine Abkürzung zum See. Da heißt es aber erst mal Schieben - es sind noch 300 Höhenmeter. Dann endlich der See. Die fahrt zum Zeltplatz geht gemütlich am Seeufer entlang und wir verwerfen den Plan einer Seeumrundung am nächsten Tag. Der Campo Imperatore ruft zu laut. 20:00 Uhr haben wir es schließlich geschafft und 21:30 Uhr sitzen wir beim Essen. (Der Zeltaufbau ging dieses Mal entspannter vonstatten: wir haben uns vernünftige Heringe gekauft und einen kleinen Hammer mitgenommen.)

Übernachtung: Agricampeggio “Cardito”. € 15,-. Küche vom Feinsten (Agniello, Bruschette, Wein, Caffé) € 39,-
61 km, Schnitt 11,2 km/h, Fahrzeit 5:08h, 1155 Höhenmeter
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Lago di Campotosto - Fonte Cereto
Ein strahlend blauer Himmel und ein von innen tropfend nasses Zelt begrüßen uns am Morgen. Wir werden wohl am abend in einem Hotel oder einem Rifugio landen; da können wir das Zelt trocknen. Nach einem kostenlosen Frühstück - der Zeltplatzchef ist sehr freundlich und vielleicht mag er uns - geht es - wie im vorigen Jahr - hinunter nach Capitignano. Heute sind wir auf der holprigen Steilabfahrt besonders vorsichtig, denn vor einem Jahr ist mir hier ein Ventil abgerissen. Bei der Einfahrt in den Ort sehen wir einige Häuser, die vom Erdbeben beschädigt sind, doch insgesamt hatten wir schlimmeres erwartet.
Nach dem obligatorischen Cappuccino und dem Lebensmitteleinkauf geht es wieder hinauf zum Passo delle Capannelle, dem Eingang zum Campo Imperatore. Vorher kommen wir noch an der Fonte Cefasso mit der kleinen Kapelle vorbei. Das kalte Wasser tut gut. Dann geht es endlich hinauf zum Campo Imperatore.

Doch die Straße ist gesperrt. Doch die Sperrung sieht so aus, als wollte man sagen: “Es ist zwar gesperrt wegen der Erdbebenschäden, aber macht, was Ihr wollt.” Tatsächlich haben wir bis Fonte Cereto nur 5 bis 6 Autos auf der Straße. Himmlisch! Die Straße ist auch soweit ganz in Ordnung; nur hier und da sind noch Reste von Steinschlägen zu sehen. Allerdings wird das Wetter zusehends schlechter und auf halber Strecke beginnt es auch zu regnen. Aber nur kurz, dann zieht das Unwetter, das uns zum Glück nur gestreift hat, in eine andere Gegend des Gran Sasso.

Der Campo ist ja wirklich einsam, aber so herrlich allein, wie auf dieser Strecke waren wir noch nie. Es ist richtig schade, daß die Strecke zu Ende geht und an der Kreuzung nach Asergi der letzte kleine Anstieg zum Zeltplatz in Fonte Cereto ansteht.
Hier gibt es nur noch eine warme Dusche. Im vorigen Jahr waren es - glaube ich - noch vier. Der Platz ist kaum belegt und so sehen wir einem ruhigen Abenbrot und einer störungsfreien Nacht entgegen. Das Essen hatte uns 2008 der Zeltplatzchef aus Asergi mit dem Auto geholt. Auf die Frage, ob das heute auch möglich ist, bekommen wir die Antwort, daß es dort kein Geschäft mehr gibt. Das macht uns sehr traurig. Er fährt für uns nach Paganica, wo es noch ein Alimentari gibt, obwohl es noch näher am Epizentrum liegt, als Asergi...

Übernachtung: Zeltplatz “Camping Funiva del Gran Sasso” € 16,60, Küche = siehe oben
36,5 km, Schnitt 11 km/h, Fahrzeit 3:08 h
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Fonte Cereto - Campo Imperatore

Heute wollen wir angehen, was wir 2008 noch nicht gewagt hatten: Der Anstieg bis zum Ostello auf ca. 2200 m. Petrus scheint uns freundlich gesinnt, so daß wir nach dem 6:00 Uhr-Wecken den Zeltplatz beizeiten verlassen. Das Zelt ist sehr naß. Es hatte in der Nacht ziemlich heftig geregnet, so daß auch die Sachen auf der Leine nicht trocknen konnten, aber der Fahrtwind wird es schon richten. Die freundliche Barista im Ort erkennt uns vom vorigen Jahr wieder, doch dieses Mal gibt es kein Extragebäck.
Ca. 8 km nach Fonte Cereto entdecken wir eine Hütte. Sie ist offen und hat sogar einen Kamin. Wenn wir das gewußt hätten ... Sollten wir mal wieder hier vorbeikommen, wissen wir, wo wir schlafen.

Die Landschaft wird immer gigantischer und obwohl es Freitag ist und das Wochenende vor der Tür steht, ist es immer noch einsam und das Fahren ist Genuß pur. Nur einen Pilzsammler treffen wir der aber nicht ganz zufrieden ist mit seinem Erfolg. Die Sachen werden auch langsam trocken. Es wird auch Zeit, denn die obligatorischen dunklen Wolken ziehen auf. Bis zum Abzweig nach oben geht es dann ungefähr 150 Höhenmeter abwärts. Dann beginnt ein kleiner Sturm. Der hilft uns, das Zelt zu trocknen.

Die Landschaft wird immer schöner. Wir sind froh, daß wir es gewagt haben. Im letzten Jahr hatten wir Tdesängste ausgestanden, als wir in ein Hagelgewitter geraten sind und jetzt sieht es am Himmel auch nicht gerade vertrauenserweckend aus. Aber es sind nur noch 10 km. Die ersten 4 ...5 km verlaufen eher flach. Wir werden es schon schaffen.

1 km vor dem Ostello ist dann alles zu spät. Wir bekommen unseren Hagel. Nur kirschkerngroß dieses Mal, doch es reicht. Im Nu sind wir bis auf die Haut naß und die Hagelkörner tun ganz schön weh. Die Rezeption des Ostello rettet uns, denn jetzt bricht ein Wolkenbruch los. Das eigentliche Quartier ist noch 500 m entfernt. Wir wollen aber nicht mehr hinaus. Ich frage zum Spaß, ob es nicht einen Tunnel gäbe von hier bis dorthin. “ Ja, die Treppe hinunter und immer geradeaus.” ...Wunder gibt es immer wieder.
Wir buchen noch ein Abendessen für € 10,- (!) und dann geht es in das Gebäude, in dem der Duce im II. Weltkrieg gefangengehalten wurde bis die Deutschen ihn dort ausflogen.



Übernachtung: Ostello Campo Imperatore” € 70,00, Küche = € 20,- gutes Essen (5 Gänge für € 10,-/Person)
27,8 km, Schnitt 8,3 km/h, Fahrzeit 3:00 h, ca. 1000 Höhenmeter
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Campo Imperatore - Castel del Monte

Das sieht nicht gut aus. Nach dem Aufstehen um 6:00 Uhr scheint es, als müssen wir noch einen Tag da oben verbringen. Na, erst mal frühstücken, dann sehen wir weiter. Dann hat der Sturm die Wolken weggeblasen und der blaue Himmel lockt uns hinaus. Schnell noch bezahlen und auf geht es, die Abfahrt zu genießen. Zunächst genießen wir den letzten Schnee und den Blick auf den Corno Grande (der ist im nächsten Jahr fällig - aber zu Fuß) und dann präsentiert sich uns ein Campo, wie wir ihn uns nie erträumt hätten. Mir fehlen die Worte, die einzigartige Landschaft und die Atmosphäre zu beschreiben, die uns dort gefangennehmen.

Und endlich entdecken wir auch den kleinen See, den wir beim Aufstieg vergeblich gesucht hatten. Wir hatten wohl nur Augen für den Weg, der noch vor uns lag. Eigentlich wollen wir nicht weg, doch wir haben noch Strecke vor uns. Aber aus unseren Herzen werden diese einzigartigen Eindrücke nie wieder verschwinden. Die behalten wir für immer!

Der nächste Rastplatz hält zwei Überraschungen für uns bereit: Erst sehen wir aus der Ferne einen kleinen Radler, der wie verrückt in die Pedale tritt. Später stellt sich heraus, daß er gegen den Gegenwind kämpfte und die kleinste Übersetzung gewählt hatte. Bei einem kleinen Plausch erfuhren wir, daß er aus Belgien kommt, ein Jahr Auszeit genommen hat und in dieser Zeit Belgien - Italien - Belgien fährt. Er hat die ganze Zeit noch nicht in einem Hotel oder auf einem Zeltplatz übernachtet.
Dann werden wir von zwei älteren Herren (Pilzsammler) zum selbstgemachten Wein aus der Plastikflasche eingeladen. Der Wein schmeckt nicht schlecht, aber ich halte mich lieber zurück, denn wir wollen noch nach Castel del Monte und der Himmel ... Na ja, wie jeden Tag.

Mit Begleitung von Fliegenschwärmen geht es jetzt eben dahin bis zum Abzweig nach Castel del Monte. Dort ist ein kleines Wirtshaus, wo das Grillwochenende vorbereitet wird. Wir halten uns lieber nicht auf. Es ist noch der Valico di Capo la Serra mit 1600 m zu bezwingen. Es beginnt auch schon zu tröpfeln, doch dem Gewitter entkommen wir. Nicht aber dem Wolkenbruch ca. 5 km vor Castel del Monte. Wir sind es nun schon gewöhnt und so buchen wir in Ruhe das gleiche Zimmer im “Wolf”, in dem wir schon im vorigen Jahr übernachtet hatten. Es gibt jedoch einen Unterschied: Konnten wir 2008 wegen Hundegebells nicht schlafen, so waren es jetzt Jugendliche, die bis 4:00 Uhr Squash mit einem Fußball gegen die Hotelwand spielten.

Übernachtung: “Osteria del Lupo” € 50,-, Küche ausgezeichnet € 34,50 (Agnello)
34,8 km, Schnitt 16,8 km/h, Fahrzeit 2:04 h
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Castel del Monte - Tocca da Casauria

Der Himmel ist blau, das Frühstück ist gut, die Beine sind frisch. Es geht erst einmal nur abwärts und bis Villa Santa Lucia kennen wir den Weg. Nur im Ort ist die Straße gesperrt. Über kleine Nebenstraßen und nach einem Abstecher in die falsche Richtung finden wir zurück auf die 17 bis.. Dann zweigen wir vom vorjährigen Weg ab. Nicht nach Capestrano geht es jetzt, sondern nach Forca di Penne.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis Corvara. Denken wir. Der kleinen Straße, die dorthin führt trauen wir nicht, zumal der Wegweiser an der Kreuzung einen Ort benennt, der auf keiner Karte verzeichnet ist. So fahren wir einen Umweg von 14 km - erst tief runter und dann wieder schön hoch - durch eine nicht ganz so schöne Landschaft. Dazu ist es drückend heiß und die Luftfeuchtigkeit muß so bei 100% liegen.

Ab jetzt geht es nur noch abwärts ins Pescaratal. Vorbei an einer alten Ölmühle und einem Dorf, das an einen schmalen Felsen geklebt scheint. An der Pescara erreicht die Hitze den Höhepunkt. Noch ein kleiner Anstieg und wir erreichen Tocca, daß aus der Ferne besser aussieht, als es dann in Wirklichkeit ist. Es ist ziemlich schmuddelig, aber es gibt eine Gelateria. Beim Eiskauf wollen wir wissen, wo man übernachten kann. Die Eisverkäuferin will uns nach Pescara schicken. Im Ort jedenfalls soll es nichts geben. Schließlich erfahren wir, daß ein Agriturismo gibt: Villa Gjulia.

Umgeben von einer Olivenplantage macht das Haus einen guten Eindruck. Nur ist niemand da. Der Himmel wird schwarz und wir müssen eine Entscheidung treffen. Wir bauen das Zelt auf der Wiese neben dem Haus auf. Gerade rechtzeitig, den es beginnt zu regnen. Da fährt ein Auto auf das Grundstück; es ist aber nur der Bruder der Besitzerin, der die Olivenplantage bewirtschaftet. Nach mehreren Telefonaten stellt sich schließlich heraus, daß die Chefin in einer anderen Stadt ist. Wir dürfen aber das Zelt stehen lassen. Da haben wir mal einen kostenlosen Zeltplatz. Der Himmel klart wieder auf, wir duschen unter dem Wasserhahn am Haus und haben einen der schönsten Abende der Tour.
Übernachtung: Siehe oben
56,3 km, Schnitt 13,5 km/h, Fahrzeit 3:57 h
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Tocca di Casauria - Caramanico Terme

Heute geht es in die Maiella. Eine kurze Etappe. Die Morgenwäsche ist wie am Vorabend am Wasserhahn sehr erfrischend. Eigenartig hohe Wolken stehen am Himmel und es ist schon am Morgen drückend. Frühstück ist im Ort mit Cappuccino und einem Brot mit Tomatenaufstrich - sehr lecker. Dann geht es runter in ein Tal und dort beginnt der Aufstieg nach Salle. Es nieselt immer wieder leicht, doch das ist eher angenehm. Nach Salle befinden wir uns über einer tiefen Schlucht, die sich bis Caramanico hinzieht. Es sieht ein bißchen aus, wie in der Sächsischen Schweiz.Heute geht es in die Maiella. Eine kurze Etappe. Die Morgenwäsche ist wie am Vorabend am Wasserhahn sehr erfrischend. Eigenartig hohe Wolken stehen am Himmel und es ist schon am Morgen drückend. Frühstück ist im Ort mit Cappuccino und einem Brot mit Tomatenaufstrich - sehr lecker. Dann geht es runter in ein Tal und dort beginnt der Aufstieg nach Salle. Es nieselt immer wieder leicht, doch das ist eher angenehm. Nach Salle befinden wir uns über einer tiefen Schlucht, die sich bis Caramanico hinzieht. Es sieht ein bißchen aus, wie in der Sächsischen Schweiz.

Eine Rast an einer sehr schönen romanischen Kirche bringt uns eine Begegnung mit einer Deutschen Familie, die die Abruzzen zu Fuß durchwandern - Hut ab! Nach dem nächsten Regenschauer geht es weiter zu heutigen Etappenziel. Das Hotel ist dank unseres Reisebegleiters vom Michael-Müller-Verlag schnell gefunden und es ist wieder eine gute Wahl. Für einen kleinen Aufschlag bekommen wir ein Zimmer mit Balcone, da können wir gut die gewaschenen Sachen aufhängen. Ein kleiner Wolkenbruch am Nachmittag macht aber alles wieder richtig naß.

Nachmittagsschläfchen, Stadtbummel und ein leckeres Abendbrot im “Pesco Falcone” gleich hinter dem Hotel runden den faulen Tag ab.

Übernachtung: Albergo "Pesco Falcone" €65.- Essen € 59,- (vorzüglich)
23 km, Schnitt 10,8 km/h, Fahrzeit 2:00 h
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Caramanico Terme - Campo di Giove
Der Himmel ist am Morgen wieder einmal azzurro. Das Frühstück war reichhaltig und es gab sogar Formaggio und Prosciutto. Am Ortsausgang dann schon wieder ein Tunnel. Wir fahren mit zusammengebissenen Zähnen rein, doch dann stellt sich heraus, daß es der erste gut in Bici befahrbare Tunnel ist. Gut beleuchtet, breit und ein breiter Randstreifen. Sehr empfehlenswert!

Jetzt geht es immer leicht berauf bis Sant´Eufemia. Dort gibt es erst einmal Cappuccino und ein Pfeifchen. Derweil fährt das Fischauto vor. Lecker, lecker - schade, daß wir nicht selbst kochen können.

Dann wird es steiler. Es geht zum Passo San Leonardo. Schade: Den Pass “”ziert”” ein häßlicher Betonbau. Für eine kleine Pause ist er jedoch gut genug. Lange kann die Pause nicht dauern - der Himmel wird wieder schwarz. Es grummelt auch schon. Am Ende ist es aber nur ein kleiner Nieselregen.

Kurz vor dem Ende der Abfahrt stellt sich uns ein Rennradler in den Weg. Er stellt hastig sein Rad an den Rand und macht drei Fotos von uns. Dann verabschiedet er sich hastig und rast weiter Richtung Pass. ...?Kurz vor dem Ende der Abfahrt stellt sich uns ein Rennradler in den Weg. Er stellt hastig sein Rad an den Rand und macht drei Fotos von uns. Dann verabschiedet er sich hastig und rast weiter Richtung Pass. ...?
Campo die Giove ist ein nettes Städtchen. Der Zeltplatz liegt ein ganzes Stück außerhalb und der Weg dorthin ist teilweise recht holperig - non asfaltare. Wir werden belohnt mit einem Zeltplatz ganz für uns allein. Er wird streng ökologisch geführt und der Chef möchte seinen Teil zur Rettung der Maiella beitragen.
Duschen ohne Ende mit solar erwärmten Wasser und ein leckeres Abendbrot aus der Tüte beschließen den Tag.
Übernachtung: Campeggio “Orsa Minore” €15.- Essen: Supermarkt
31 km, Schnitt 11.2 km/h, Fahrzeit 2:38 h
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Campo di Giove - Alfedena
Eine weniger schöne Etappe. Wir hätten nichts verpaßt, wenn wir sie nicht gefahren wären, aber sie liegt nun mal auf der Strecke. Das Zelt war wieder klitschnaß - die Nacht war kalt. Zum trocknen legen wir es auf einen Tisch. Ein wenig trockener wird es dabei. 8:00 Uhr geht es zum Frühstück in den Ort und dann fahren wir immer leicht bergauf über den Valico di Forcetta bis wir auf die SR 84 treffen. Dort beginnt eine schöne ausgedehnte Hochebene; flach, wie ein Brett und mit herrlich bunten Blumen bestanden.

Bis dorthin fahren wir fast ausschließlich durch Wald, immer entlang einer Bahnstrecke. Es ist recht eintönig. Weiter geht es vorbei an Pescocostanco, Rivisondoli und kurz vor Roccaraso stoßen wir auf einen Radweg. Ja, so etwas Feines gibt es auch in Italien. Roccaraso ist eine Enttäuschung: eine reine Touristenstadt. Also schnell die Schußfahrt in das Sangrotal. Dort wird es erst richtig öde. ein riesiges Gewerbegebiet - es nennt sich Castel di Sangro - zieht sich zum Abzweig auf die SS 83. Dort biegen wir endlich in Richtung Alfedena ab und es wieder etwas gemütlicher.

Das erste Hotel am Weg macht keinen guten Eindruck. Wir fragen eine Mutter mit Kinderwagen nach anderen Unterkünften. Sie bietet sofort an, uns zu den anderen beiden Hotels zu begleiten. Passend zum Tag sind beide geschlossen und wir müssen doch in den “Goldenen Löwen” Aber ich habe ein neues Italienisches Wort gelernt: Ciuccio - Schnuller. Nach einer ganzen Weile wird auch das Duschwasser im Hotel warm und wir können erfrischt einen Stadtbummel machen. Vor der Bar ereilt uns dann unser fast täglicher Wolkenbruch und wir suchen das Weite bzw. das Hotelrestaurant. Wir sind die einzigen Gäste und es wird nur für uns gekocht. Schmeckt herrlich, vor allem der Schinken mit Birnen und Peccorino.
Übernachtung:"Leon D´Oro” €60.- Essen: ”Caraceni” € 64,50 (vorzüglich)
49,5 km, Schnitt 14 km/h, Fahrzeit 3:25 h
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Alfedena - Viletta Barrea

Das Profil der heutigen kurzen Etappe ist eher unspektakulär. So nehme ich mir Zeit, den Luftdruck auf den Reifen wieder auf 4.5 bar zu bringen. Die Hotelgarage, in der wir unsere Räder über Nacht stehen lassen durften ist offen - sie war wohl die ganze Nacht nicht verschlossen. Das Frühstück - wieder ganz für uns allein - ist italienisch. Es reicht aber für die ersten Serpentinen.

Die Abfahrt nach Barrea am späten Vormittag ist schön. Irgendwann taucht der Lago Barrea auf und wir fahren immer auf ihn zu. Punkt 12:00 sind wir im Ort. Nach einem Eis schauen wir uns um.
Ein hübscher Ort - etwas viel Touristen, aber es geht noch. Ein paar Leute sind damit beschäftigt, die Dekoration für ein Volksfest abzubauen. Schade, wir haben leider noch nie ein solches Fest gesehen. Wir sind aber nicht zum letzten Mal in Italien, es wird schon noch klappen.
Dann geht es immer am See entlang. Entweder eben oder leicht bergab. In Viletta Barrea vertrauen wir wieder unserem Führer vom Michael-Müller Verlag und es ist wieder eine gute Wahl. Das Zimmer ist gräumig und modern, das Bad ausreichend groß und die Räder dürfen auch in das Hotel.

Nach einem kurzen Nachmittagsschläfchen schauen wir uns Viletta Barrea an. Im letzten Jahr sind wir auf dem Weg nach Opi nur durchgefahren. Viel zu sehen gibt es nicht und außerdem naht schon der nächste ... Richtig, es schüttet wieder wie aus Eimern. Macht nichts; die Abendbrotzeit rückt heran und wir sind schon gespannt, woran sich unser Gaumen heute erfreuen kann.

Übernachtung: ”Il Pescatore” €90.- Essen: ”Il Pescatore” ca. € 45,- (vorzüglich)
19,3 km, Schnitt 12,4 km/h, Fahrzeit 1:29 h
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Viletta Barrea - Lago di Scanno

Der Godipass steht bevor. 2008 war das unser Lieblingspass. Heute kommen wir von der anderen Seite. Ein leckeres Frühstück sollte uns die nötige Kraft zum Aufstieg geben. Heiß ist es 7:30 Uhr auch noch nicht, so daß die 13 km bis zu den 1600 m gut zubewältigen sein sollte.
Und tatsächlich fühlt sich der Berg an, als könnte ich ihn in einem Rutsch bewältigen. Trotzdem machen wir einige Pausen. Die Abruzzen sind einfach zu schön, um sie einfach so an sich vorbeiziehen zu lassen. Auf halber Strecke dann so etwas wie eine Bar. Ok - ein Caffè ist jetzt nicht völlig falsch. Es ist aber geschlossen. Da kommt ein Waldmensch und sagt “Dieci Minuti”. Na gut; warten wir und schauen uns die Tiere an. Es stellt sich heraus, daß wir auf kleinen Farm gelandet sind. Ponys, Ziegen, Hunde (Pastore Abruzzese)und sogar Hirsche gibt es. Der Besitzer, lebt davon, daß er die Touristen (-kinder) durch seine Farm führt. Daini spricht leidlich Deutsch - besser jedenfalls, als wir Italienisch - und erklärt uns, daß der letzte Winter so hart war, daß ein Rudel Wölfe auf seine Farm gekommen ist und die Hirschkühe geschlagen haben. Jetzt hat er Nachwuchsprobleme.Er ist ein ganz lieber und wir haben uns noch eine ganze Weile mit ihm unterhalten.


Dann geht es weiter zum Pass. Fast ganz oben ereilt uns uns die obligatorische Panne. Glücklicherweise im Schatten. Der Schlauch ist schnell getauscht und mit Gummihandschuhen bekommt man auch keine schwarzen, schmierigen Hände. Die sauberen Hände brauchen wir für das Mittagessen auf dem Pass: Pannino caldo - hmmmmm.....

Dann geht es nur noch abwärts. Es ist kaum zu glauben, daß wir im letzten Jahr hier hoch sind. Wir können uns noch sehr gut an die Anstrengung erinnern. Aber vielleicht werden wir mit zunehmendem Alter noch sportlich.

Scanno ist das nächste Ziel. 2008 haben wir hier nur gefrühstückt und hatten keine Zeit für einen Bummel. Den holen wir heute nach. Am frühen Nachmittag sind wenig Leute unterwegs - es ist heiß. Bei einem muffeligen Weinhändler holen wir uns unsere Abendration und der Alimentari versorgt uns mit leckeren Lebensmitteln.

Noch ein paar höhenmeter hinab zum See - er ist genauso schön, wie beim letzten Mal. Hier könnte man Wohnen. Da vermissen wir den uns täglich zustehenden Regen. Der Zeltplatzchef versichert uns, daß der Regen schon noch kommt. “Aber nur bizzle” Und er hat Recht. Wir wollen gerade essen, da beginnt es zu nieseln. Wir “retten” uns unter eine Veranda der vielen unbewohnten Häuschen, da hört es auch schon wieder auf. Es dämmert und mit uns versinkt der See in einen ruhigen Schlaf.
Übernachtung: ”Camping I Lupi”” € 16,60 Essen: ”Aus der Tasche”
34,7 km, Schnitt 12,1 km/h, Fahrzeit 2:01 h
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Lago di Scanno - Sulmona

Wie ist die Welt doch unvollkommen eingerichtet. Besonders das Verhältnis zwischen Urlaubs- und Arbeitstagen stimmt hinten und vorne nicht. So kommt nun heute die letzte Etappe bevor wir uns wieder in die unergründlichen Hände von TRENITALIA und DB begeben.

Der Lago di Scanno schaut uns zum Abschied mit klaren Augen an und entläßt uns ins Tal. Wir sind erst 7:30 aufgestanden. In Villalago - etwas abseits der Straße - erwartet uns ein Frühstück in der Bar auf der Piazzetta. Dazu gibt es herrlich reife Feigen.

Durch die Saggitarioschlucht - ein muß für Abruzzenfahrer, wie wir meinen - geht es immer Abwärts bis Anversa. Vorher machen wir noch einen Abstecher zu einer kleinen Kirche, die gerade für eine Hochzeit geschmückt wird. Gnadenlos kitschig, aber irgendwie anrührend.

Von Anversa geht es weiter hinab bis wir uns entscheiden müssen, ob wir der Straße nach unten folgen und dann steil ansteigen, oder ob wir erst Höhe gewinnen, ein nettes Dorf mitnehmen und dann wieder abfahren. Wir wählen das Dorf Bugnara - da gibt es was zu Trinken und einen Anlaß für eine Pause. Ein kleines Stück geht es noch nach oben. Dann ist endgültig schluß mit Bergen . Bis Sumona geht es nur noch runter. Mit jedem Höhenmeter abwärts geht das Thermometer aufwärts. In Sulmona brennt die Sonne gnadenlos. Die Stadt ist wie leerefegt und die Piazza wird gerade von den Resten des Wochenmarktes befreit. Wir haben aber Glück und treffen noch einen Menschen, der uns den Weg zum Hotel erklärt. Zuerst geht die Klimaanlage an dann wird geduscht.

Nach einem kleinen Stadtbummel suchen wir ein Restaurant und finden genau das richtige. Es schüttet, wie aus Eimern, doch wir sitzen schön trocken und genießen. Mit dicken Bäuchen geht es ins Bett nachdem wir die Räder ins Hotel geschoben haben.

Übernachtung: ”Stella” € 60,- Essen: ”Ristorante Cesido” € 68,50 (lecker)
35,0 km, Schnitt 15,0 km/h, Fahrzeit 2:15 h
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Heimfahrt
Wir sind traurig. Ein wunderschöner Urlaub ist zu Ende. 400 km und 7270 Höhenmeter liegen hinter uns. Keine besondere körperliche Leistung, aber unsere Herzen sind voller Bilder und guter Gefühle. Wir lassen ein Stück von uns zurück und wir wissen, daß dieser Teil von uns hier gut aufgehoben ist. Und wir wissen auch: Die Abruzzen werden uns nicht los, wir kommen wieder.

Zunächst aber müssen wir zum Zug. Gestern haben wir erfahren, daß einige Züge nach Rom ausfallen, weil wegen des Erdbebens an der Strecke nach Rom gebaut wird. 7:28 Uhr ist Ultimo. Der Schalter öffnet erst 7:15 und ich bin kribbelig. Trotz einer Schlange vor dem Schalter geht es gut. Ein Tag Rom steht uns bevor. Wir wollen die Zeit nutzen uns auf dem Campo dei Fiori bei Mauro mit Gewürzen einzudecken. Doch es ist Sonntag und auf dem Campo kein Markt. Die Räder in Termini aufzugeben ist uns auch nicht gelungen. So schieben wir - nachdem wir ein Eis gegessen haben - durch Touristenmassen zur Spanischen Treppe. Vorher wollten wir noch einen Cappuccino trinken, doch € 10,- dafür waren uns dann doch zuviel.
